Historische Entwicklung
Die Anfänge der Besiedlung im heutigen Gemeindegebiet von Gschwend reichen weit zurück. Archäologische Funde belegen, dass bereits in der Steinzeit Menschen in dieser Region lebten. Der dichte Mischwald und die wenig ertragreichen Böden führten jedoch über Jahrhunderte hinweg zu einer eher spärlichen Besiedlung.
Der Name Gschwend leitet sich vom „Schwenden“ ab, einer Rodungstechnik, bei der Bäume durch das Entfernen der Rinde abstarben und anschließend verbrannt wurden. Diese Rodungsmethode, die im Mittelalter zur Erschließung neuer Siedlungsflächen eingesetzt wurde, ist bis heute im Gemeindewappen durch die Flamme symbolisiert.
Die erste urkundliche Erwähnung von Frickenhofen datiert auf das Jahr 1293. Gschwend selbst entwickelte sich im 16. Jahrhundert zu einem regionalen Mittelpunkt, als das Gericht Seelach hierher verlegt wurde. Damit gewann der Ort an Bedeutung. Ab 1760 fanden in Gschwend regelmäßig Jahr- und Viehmärkte statt, die zur wirtschaftlichen Entwicklung beitrugen. Ein einschneidendes Ereignis war der Dorfbrand von 1857, bei dem große Teile der Bebauung zerstört wurden.
Politisch gehörte Gschwend seit 1374 zum Amt Gaildorf der Schenken von Limpurg. Nach dem Übergang an Württemberg im Jahr 1806 war die Gemeinde Teil des Oberamtes Gaildorf. Im Zuge der Verwaltungsreform von 1938 kam Gschwend zum Landkreis Backnang. Seit der Kreisreform von 1973 gehört die Gemeinde zum Ostalbkreis. In den 1970er Jahren wurden die Orte Frickenhofen (1971) und Altersberg (1972) sowie die Weiler Honkling und Wildgarten (1972) nach Gschwend eingemeindet.
Heute umfasst die Gemeinde, neben dem Hauptort, 84 Teilorte, bestehend aus Dörfern, Weilern, Höfen und Einzelgehöften.
Gschwend in Zahlen
· Einwohnerzahl: ca. 4.700
· Fläche: 54,5 km²
Gegenwart und Infrastruktur
Heute ist Gschwend eine moderne Flächengemeinde mit einer Kombination aus ländlichem Charakter und zeitgemäßer Infrastruktur. Neben Kindertageseinrichtungen, zwei Grundschulen, einem Hallenbad, Ärzten, Apotheke, einem Badsee, Lebensmittelgeschäften, Banken und weiteres mehr, herrscht in der Gemeinde ein breites und lebendiges Vereinsleben. Durch die Lage im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald bietet die Gemeinde zudem einen hohen Erholungswert.
Die regionale Wirtschaft wird von kleinen und mittleren Betrieben aus Handwerk, Gewerbe und Dienstleistung geprägt. Landwirtschaft und Forstwirtschaft haben nach wie vor eine wichtige Bedeutung.
Geographische Lage:
Die Gemeinde Gschwend liegt in landschaftlich schöner Lage im Regierungsbezirk Stuttgart, im nordwestlichen Teil des Ostalbkreises. Die Gemeinde liegt zwischen Welzheimer Wald und Frickenhofer Höhe im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald an der „Gschwender“ Rot, einem linken Nebenfluss der Lein. Die Gemarkung der Gemeinde grenzt im Westen an den Rems-Murr-Kreis und im Norden an den Landkreis Schwäbisch Hall.
Verkehrsanbindung:
Die Bundestraße B 298 führt direkt durch den Hauptort und verbindet die Städte Schwäbisch Gmünd im Süden (rd. 20 km entfernt von Gschwend) und Schwäbisch Hall im Norden (rd. 28 km entfernt von Gschwend).
Die Landesstraße L 1080 führt von Aalen im Osten (rd. 37 km entfernt von Gschwend) über Gschwend (und kreuzt hier die B298) weiter in Richtung Schorndorf im Westen (rd. 37 km entfernt von Gschwend).
Die Gemeinde ist durch Buslinien auf diesen Verkehrsachsen an die zentralen Städte angebunden.